Pilotkampagne “SPRECHEN STATT SPALTEN”

Gesellschaftlichen Dialog auf Social Media neu denken

2025 hat Berlin Global Village mit Sprechen Statt Spalten eine Pilotkampagne gestartet, die auf eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung reagierte: die zunehmende Spaltung und Polarisierung unserer Gesellschaft. Die Kampagne entstand aus der Sorge darüber, wie öffentliche Debatten immer stärker von Ausgrenzung, Vereinfachung und Hass geprägt werden – besonders in sozialen Medien. Gleichzeitig war sie Ausdruck unserer Überzeugung, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nur entstehen kann, wenn Menschen miteinander sprechen, statt sich gegenseitig zu entmenschlichen oder gegeneinander auszuspielen.


Für Berlin Global Village bedeutet Dialog nicht, Konflikte zu ignorieren oder Unterschiede aufzulösen. Im Gegenteil: Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven anerkannt werden. Auch wenn Meinungen auseinandergehen, brauchen wir Räume, in denen konstruktive Auseinandersetzung möglich bleibt.


Mit Sprechen Statt Spalten wollten wir deshalb ein Modell für einen nachhaltigen, solidarischen und pro-demokratischen Umgang mit gesellschaftlicher Spaltung erproben. 
Im Zentrum von Sprechen Statt Spalten stand ein bundesweites Netzwerk von ehrenamtlichen Content Creator*innen, die gemeinsam Inhalte für Social Media entwickelten. Das Besondere: Sie arbeiteten in Tandems zusammen – bewusst über unterschiedliche Lebensrealitäten, Communities und Diskriminierungserfahrungen hinweg.


Damit spiegelte die Kampagne auch die Realität von Berlin Global Village wider: Unsere Stärke als Zentrum liegt in der Vielfalt der Organisationen, Perspektiven und Dialogformen. Die Kampagne sollte genau diese Vielfalt sichtbar machen und einseitige Narrative aufbrechen. Gleichzeitig nutzte das Projekt den sogenannten „Feature“-Effekt sozialer Medien: Creatorinnen konnten neue Zielgruppen erreichen, indem sie auf den Plattformen anderer Creatorinnen sichtbar wurden.


Die beteiligten Creator*innen hatten dabei große kreative Freiheit. Statt vorgefertigte Botschaften zu reproduzieren, entwickelten sie eigene Formate und Perspektiven – passend zu ihren Communities und Kommunikationsstilen. 


Begleitet wurde das Projekt von fachlichen Partnerinnen und Expertinnen. Gemeinsam mit dem Berlin Global Village unterstützten sie die Influencer*innen inhaltlich, strategisch und technisch.

Dazu gehörten:

 

  • mediale pfade mit technischer Infrastruktur und Medienkompetenz,
  • X3 Kollektiv mit osteuropäischen und ostdeutschen Perspektiven sowie Podcast-Expertise,
  • toneshift – Netzwerk gegen Hass im Netz und Desinformation im Bereich digitale Sicherheit und Hate Speech,
  • das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis mit medienpädagogischer Beratung und Forschung.

 

Die Pilotkampagne lief von September bis Dezember 2025. Insgesamt wurden sieben Tandems aufgebaut, drei davon entwickelten aktiv Inhalte mit uns. Gemeinsam entstanden Inhalte, die rechtsextreme und rassistische Narrative kritisch hinterfragten, komplexe Themen wie Migration, soziale Ungleichheit oder Klimagerechtigkeit verständlich erklärten und marginalisierte Perspektiven sichtbar machten. Mit dem Ziel, besonders junge Menschen für Demokratie, Menschenrechte und solidarische Debatten zu gewinnen.


Besonders dort, wo die Zusammenarbeit tragfähig war, zeigte sich das Potenzial des Formats deutlich: Die Beiträge erzielten überdurchschnittliche Reichweiten und hohe Engagement-Raten. Aus einem Tandem – HoneyBalecta und GuMo Laura – entstand sogar ein eigener #SprechenStattSpalten-Podcast.


Insgesamt erreichte die Kampagne rund 201.000 Menschen, davon 196.000 über Instagram und 5.000 über TikTok. Der Kanal wuchs in dieser Zeit um 30 Prozent und gewann 1.347 neue Followerinnen.

Besonders erfreulich war die inhaltliche Resonanz: Über 1.500 Menschen speicherten den „Wie kann man sprechen?“-Guide ab, zahlreiche Nutzerinnen bedankten sich in Kommentaren für die Inhalte und den Ansatz der Kampagne.


Für uns hat Sprechen Statt Spalten gezeigt, dass konstruktiver politischer Dialog auf Social Media möglich ist – und dass viele Menschen sich Räume wünschen, in denen nicht Spaltung, sondern Verständigung im Mittelpunkt steht. Die Pilotkampagne war deshalb nicht nur ein Kommunikationsprojekt, sondern auch ein Lernprozess: darüber, wie digitale Räume solidarischer, inklusiver und demokratischer gestaltet werden können.

 

Zum Instagram Highlight "Sprechen Statt Spalten"

 

gefördert von:

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