Baustelle

Neues vom Bau

Abriss

Das alte, baufällige Verwaltungsgebäude der Kindl-Brauerei wurde innerhalb von drei Wochen abgerissen. Zuvor war es entkernt worden, damit die Materialien getrennt entsorgt sowie wiederverwendet werden konnten. Der damit verbundene Krach und Staub waren eine „gute“ Einstimmung auf den Neubau.

Idee

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kindl-Brauerei und einem daneben liegenden Neubau, der mit dem Altbau durch einen Glasverbindungstrakt verbunden wird, wird bis Herbst 2020 das Eine-Welt-Zentrum entstehen. Das Architekturbüro von Anne Lampen hat den Neubau entworfen und kümmert sich auch um die Sanierung des Altbaus (rotes Backsteingebäude). In den Obergeschossen der beiden Gebäude können zukünftig rund 40 entwicklungspolitische und migrantisch-diasporische NGOs auf gut 3.500 Quadratmetern ihre Büros haben und arbeiten – von klassischen Büroräumen bis hin zu neuen, kollaborativen Raumkonzepten gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. In den beiden Erdgeschossen wird es auf rund 1.000 Quadratmetern öffentliche Flächen und Angebote geben. So entstehen nicht nur ideale Büroflächen für eine starke zivilgesellschaftliche Arbeit, sondern auch:

Seminar- und Veranstaltungsflächen
Mit Podiumsdiskussionen, Fachgesprächen, Symposien, Workshops, Seminaren, Schulungen und Fortbildungen schaffen Vereine und Initiativen Räume, um ihre Themen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Seminar- und Veranstaltungsflächen in unterschiedlichen Größen (40 m² – 160 m²) bieten hierfür ideale Voraussetzungen. Ein erster Veranstaltungsraum ist bereits eingerichtet: Die historische Braustube bietet Platz für bis zu 80 Personen.

Besprechungsräume
Gemeinsame Räume in unterschiedlichen Größen wird es für Besprechungen von haupt- und ehrenamtlichen Vereinen, Bündnis- und Kampagnentreffen geben. Diese Räume stehen sowohl den Bewohner*innen des Zentrums als auch Nutzer*innen von außen zur Verfügung.

Co-Working-Plätze
Gerade kleinere Vereine haben oft nicht die Ressourcen für eine dauerhafte Büroinfrastruktur. Um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern, sollen Co-Working-Plätze eingerichtet werden. Es wird eine Infrastruktur zur Verfügung gestellt, die monatsweise gemietet werden kann. Damit wird das Engagement zahlreicher kleiner Initiativen und Einzelpersonen gestärkt.

Café
Das Café soll ein bio-regional-faires Angebot bieten, es soll familienfreundlich sein und ganz unterschiedliche Menschen dazu einladen, dort zu verweilen. Essen und Getränke sollen bezahlbar sein.

Ausstellungsräume
Im Neubau entsteht hin zum Stadtplatz ein Galerieraum. Ausstellungsflächen fördern die Produktion und Vermittlung von Wissen sowie den Austausch. Wir möchten hierfür eigene Räume schaffen. Neben dem Galerieraum wird es weitere Flächen für Ausstellungen im Eine-Welt-Zentrum geben.

Ludothek
Mit der Einrichtung einer Ludothek durch die Mitgliedsorganisation Fördern durch Spielmittel soll ein Ort des Spiels und einer interaktiven Freizeitbeschäftigung für die lokale Nachbarschaft entstehen. Darüber hinaus sollen auch räumliche Voraussetzungen für eine Kinderbetreuung während der Veranstaltungen im Eine-Welt-Zentrum geschaffen werden.

Globales Klassenzimmer
Das Berliner Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationszentrum (EPIZ) wird auch ins Eine-Welt-Zentrum einziehen und dort ein „Globales Klassenzimmer“ für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit mit Schüler*innen und Lehrer*innen einrichten. Es kann von diversen Akteuren des Globalen Lernens genutzt werden. Mit den infrastrukturellen Voraussetzungen vor Ort sind auch neue Ferienprogramme im Bereich entwicklungspolitischer Projektarbeit für Jugendliche möglich.

Planungsstand

Im März 2018 hat die Berlin Global Village gGmbH den Erbbaurechtsvertrag mit der Terra Libra Immobilien GmbH (100-prozentige Tochter der Stiftung Edith Maryon) über die zwei ehemaligen Verwaltungsgebäude der Kindl-Brauerei (Adresse: Am Sudhaus 2) unterzeichnet.

Das Land Berlin hat kurz zuvor 3,0 Millionen Euro als Investitionszuschuss bewilligt. Diese stellen das benötigte Eigenkapital für den Kredit bei der Umweltbank über 7,9 Millionen Euro dar. So können Kauf und Baumaßnahmen für das Eine-Welt-Zentrum finanziert werden. Zusätzlich unterstützt der Bund die Sanierung des Altbaus und die technische Ausstattung des Zentrums mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Im Oktober 2018 hat Berlin Global Village den Bauantrag für den Neubau eingereicht, der im Januar 2019 bewilligt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war schon mit dem Abriss des einen alten, baufälligen Verwaltungsgebäudes begonnen worden, welcher im April 2019 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Die Vorarbeiten für den Neubau gingen gleich im Anschluss weiter. Derzeit wird die Baugrube ausgehoben. Im Spätsommer wird die Grundsteinlegung erfolgen. Im Herbst/Winter 2020 soll dann der Einzug in das fertige Eine-Welt-Zentrum erfolgen.

In der Planungsphase wurden und werden die Bedarfe der entwicklungspolitischen und migrantisch-diasporischen NGOs, die das Zentrum zukünftig nutzen werden, in regelmäßigen Workshops und Abfragen ermittelt und systematisch in die Planung mit einbezogen.

Standort

2016 hat die Terra Libra Immobilien GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Stiftung Edith Maryon, eine ca. 20.000 qm große Fläche auf dem ehemaligen Areal der Kindl-Brauerei in Neukölln gekauft – das Vollgut-Gelände. Das Ziel ist, eine der großen Industriebrachen in Neukölln langfristig für soziale, kreative und ökologische Nutzungen zur Verfügung zu stellen. Es soll auch zu einem stadträumlich zentralen Ort werden, der zur Identifikation im Quartier wesentlich beiträgt. Sozialverträglichkeit, Zugänglichkeit und Vielfalt, Umweltverträglichkeit, Ressourcenschonung und Abfallvermeidung sind wesentliche Kriterien für die weitere Entwicklung.

Das Areal befindet sich mitten in Neukölln, nicht weit vom Rathaus zwischen den beiden Hauptstraßen Karl-Marx- und Hermannstraße gelegen, aber ein paar Schritte weg vom größten Trubel. Es ist gut zu erreichen mit den U-Bahn-Linien U7 und U8. Die anderen Nutzungen auf dem Areal, bei denen sich viel um Nachhaltigkeit dreht, sind eine ideale Nachbarschaft für das Eine-Welt-Zentrum. Der divers geprägte Kiez, in dem viele engagierte Vereine aktiv sind, mit denen wir von Anfang an Kontakt geknüpft haben, ist für uns ein ideales Umfeld. Wir sind froh diesen Standort gefunden zu haben!

Kooperationspartner*innen

BER e.V.
Der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER) ist der Landesverband von über 110 entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen. 15 von ihnen haben sich zuerst in einer BER-Arbeitsgruppe zusammengefunden und später daraus den Verein Berlin Global Village ins Leben gerufen. Der BER arbeitet mit Berlin Global Village nach Kräften zusammen, insbesondere um politische Unterstützung für das Eine-Welt-Zentrum zu erlangen. Durch seine politische Arbeit hat der BER entscheidend dazu beigetragen, dass das Projekt in die Koalitionsvereinbarung der rot-rot-grünen Landesregierung – aber auch schon der Vorgängerregierung von SPD und CDU – aufgenommen wurde und derzeit große politische Zustimmung erfährt.

Land Berlin
Die rot-rot-grüne Landesregierung hat ihre Unterstützung für den Aufbau des Eine-Welt-Zentrums im Koalitionsvertrag festgeschrieben und einen Investitionszuschuss in Höhe von drei Millionen Euro 2018 bewilligt sowie eine jährliche Projektförderung in Höhe von je 200.000 Euro für 2018 und 2019 beschlossen.

Stiftung Edith Maryon
Die Stiftung Edith Maryon ist eine Stiftung zur Förderung sozialer Wohn- und Arbeitsstätten. Gebäude wirken stets in die Gesellschaft, in den öffentlichen Raum hinein, und dies in aller Regel auf lange Zeit, wenn nicht gar über Generationen hinweg. Hier setzt die Arbeit der Stiftung an. Sie betrachtet es als ihre Aufgabe, im Dialog mit Eigentümer*innen und Nutzer*innen Grund und Boden aus dem Waren- und Erbstrom herauszulösen, damit dieser der Spekulation entzogen und somit dauerhaft und immer wieder neu für Vorhaben, die der Gesellschaft dienen, verfügbar wird. Dabei unterstützt sie auch Projekte bei der Realisierung ihrer Vorhaben.

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